Dienstag, 23. Januar 2018

Hail - Inheritance Of Evilness

Hail - Inheritance Of EvilnessHail - Inheritance Of Evilness
2017 (2003) | Black Death Metal
CD | Triumphant Transgressions


1. Let The Wolves Lead You To Satan's Glory
2. The War Must Go On
3. Earth 's Historical Might Inheritance Prophecy
4. Unholy Funeral (Varathron Cover)
5. Black Death Metal Warrior
6. Barbaryan (Finland)


Ich weiß gar nicht mehr wie und wann ich mit HAIL in Berührung kam. Ich weiß jedoch sehr genau, dass mich „Inheritance Of Evilness“ seinerzeit total umhaute. Die Scheibe beeindruckte mich nachhaltig und ich war lange auf der Suche nach dem Doppel-Vinyl, welches gegenüber der 2003 über Barbarian Wrath veröffentlichten Originalveröffentlichung auf CD zwei Bonuslieder enthält. Diese sind mittlerweile gesondert als CD-EP erschienen, aber das ist eine andere leidliche Geschichte. An dieser Stelle soll es allein um das Juwel „Inheritance Of Evilness“ gehen, welches im vergangenen Jahr auf CD wiederveröffentlicht wurde.

HAIL wurde als Soloprojekt von dem Finnen Dirtmaster betrieben und „Inheritance Of Evilness“ ist das einzige Album. Er spielt dort eine wunderbare Mischung aus Black und Death Metal, die teilweise auch etwas Doomiges, allerdings in homöopathischer Dosis, enthält. Von Barbarian Wrath wurde das Album damals als Verschmelzung von BEHERIT und VARATHRON beworben. Das kann man machen, ist aber eine Untertreibung und wird dem Werk nicht vollumfänglich gerecht.

Für mich ist „Inheritance Of Evilness“ ein unerhört unterschätztes Album, weil es für mich die Essenz dessen enthält, was ich am Black Metal liebe. Dirtmaster verbindet in seiner Musik ungeschliffen und ungeschönt bestialischen Metal mit Melodik und differenziertem Spiel. „Black Metal of Death“ möchte ich dazu nur sagen. Die Arrangements sind einerseits roh, mitunter primitiv aber gleichzeitig auch verdammt vielfältig und akzentuiert. Sowohl an den Gitarren als auch am Schlagzeug vermochte Dirtmaster wahre Wundertaten zu vollbringen. Jedenfalls liebe ich seine Melodien, und auch das Spiel am Schlagzeug tritt immer wieder sehr detailliert und vielfältig in Erscheinung.

In den fünf Eigenkompositionen ist eine wahre Spielfreude zu hören und erleben, die gleichzeitig immer auch grimmig, barbarisch und lärmend ist. Sein facettenreicher Gesang, der kehlig, tief, gurgelnd aber auch keifend und schreiend Groll und Abscheu verkündet, verbündet sich mit den zischenden Becken und grollenden Trommeln zu einer unheilvollen Allianz, die von den markanten und grellen Gitarren befeuert wird. Manch eine Melodie wirkt unvollkommen, so als wäre sie etwas zu schnell und eine halbe Note zu hoch oder tief gespielt worden, was ich großartig finde. Nicht minder großartig werte ich seine schroffen und primitiven Geschwindigkeitsausbrüche. Dann hämmert und prügelt er dermaßen auf das Schlagzeug ein