2018 | Elektropunk, Rap
Digital | Atypeek Music
1. Yoga
2. Violence
3. Envy
4. Je me méfie des arbres
5. Éric la chauve-souris
Den Preis
für das schönste Coverartwork werden SCHLAASSS für „Yoga“
definitiv nicht bekommen. Es ist vielmehr eine bewusste hässliche
Provokation, was aber sehr gut zu den Franzosen passt. Die
Elektroanarchisten ecken seit jeher an, da ist so ein fürchterliches
Frontcover nur konsequent.
Musikalisch
machen SCHLAASSS natürlich nach wie vor das, wofür man sie liebt
oder hasst. Sie zelebrieren ihren Elektro-Grime-Punk ohne Rücksicht
auf Verluste oder den guten Geschmack. Es geht mal wieder unter
anderem um Sex und Geschlechtsteile, diesmal jedoch mit einem
gesellschaftspolitischen Unterton („Envy“), wo es um die sexuelle
Identität geht.
Obwohl
„Yoga“ nur fünf Lieder umfasst, enthält die EP dennoch das
breite Spektrum des SCHLAASSS-Klangkosmos. Mit dem lauten und harten
Opener „Yoga“ zeigen sich SCHLAASSS voll auf Krawall gebürstet.
Es ist ein kurzes, lautes und intensives Stück, irgendwie düster
und sehr rhythmisch.
In der
Mitte ist dann „Envy“ zu hören, welches gänzlich ruhig und
balladesk ist und wo die gesanglichen Qualitäten von Charlie Dirty
Dur und Daddy Schwartz in den Vordergrund treten. Die Musik wurde
unter anderem an einem alten, wiederbelebten Casio-Synthesizer
erzeugt, was dem Stück bisweilen eine leichte Retro-Atmosphäre
beimischt.
„Yoga“
ist laut und schrill, hässlich und hart, immer wieder bizarr und
grotesk, zugleich aber auch harmonisch, gefühlvoll und kuschelig.
Ich kann gar nicht anders, als „Yoga“ einfach toll zu finden.
Seit meinem Erstkontakt mit den Franzosen bin ich überzeugter
Schlaasssist.


